Wo Senioren gut und gerne leben

Im 60 Kilometer westlich von Nürnberg gelegenen Bad Windsheim sind die Bedingungen für ältere Menschen geradezu „paradiesisch“

Bad Wildungen belegt im Städte-Ranking um Seniorenfreundlichkeit den 3. Platz. (Symbolbild: K. H. J. / MCI)
Bad Wildungen belegt im Städte-Ranking um Seniorenfreundlichkeit den 3. Platz. (Symbolbild: K. H. J. / MCI)

 

Von Wolfgang Kleideiter

 

Die Fachzeitschrift KOMMUNAL und das auf Standortanalysen spezialisierte Unternehmen Contor in Hünxe wollten es genau wissen: Gemeinsam klopften sie die rund 900 deutschen Kleinstädte von 10.000 bis 20.000 Einwohnern auf Seniorenfreundlichkeit ab. Herausgekommen ist ein erstmals in diesem Spektrum erstelltes Städte-Ranking. Es zeigte, welche kleineren Kommunen besonders auf Bedürfnisse der älteren Generation eingestellt sind beziehungsweise wichtige Anforderungen der Senioren erfüllen.

 

Da sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt, haben sich die Analysten bei ihrer Studie in erster Linie auf lokale und auch regionale statistische Daten konzentriert. Sie haben dabei jeweils die Punkte bewertet und gewichtet, die im Leben von Menschen jenseits der 65 eine Rolle spielen. Dazu gehören ein starkes Gesundheits- und Sozialwesen ebenso wie gute Einkaufs-, Gastronomie- und Kulturangebote, Sicherheit, ausreichende Bus- und Bahnverbindungen und ein seniorengerechtes Preisgefüge. Baulandpreise dienten als Grundlage für das regionale Preisniveau und die Wohnkosten. Stark verzerrende Sonder- oder Einmaleffekte wurden herausgenommen.

 

Schaut man sich das Ranking an, fällt vor allem eines auf: Unter den 50 Top-Kommunen befinden sich 19 bayerische Kleinstädte. Die anderen Flächenländer sind in der Spitze jeweils nur mit wenigen Orten oder – wie im Fall von Thüringen und Brandenburg - gar nicht vertreten. Bei einer vor zwei Jahren unter der gleichen Fragestellung verfassten Studie zu den deutschen Mittelstädten (20.000 bis 70.000 Einwohner) war das Bild deutlich bunter.  

 

Kommunen im Westen und Nordwesten schneiden schlecht ab

 

Die Kommunen im Westen und Nordwesten Deutschlands schneiden in der neuen Studie vergleichsweise schlecht ab. Die meisten seniorenfreundlichen Kleinstädte, so heißt es in einem Bericht der Zeitschrift, liegen bezogen auf das obere Viertel des Rankings in Nordbayern, Sachsen und Thüringen, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz. Auffällig ist, dass sich in manchen Regionen die Kleinstädte mit den besten Bewertungen geradezu drängeln. Dort lebt es sich offensichtlich auch schon dann besonders gut, wenn man das Rentenalter noch nicht erreicht hat. Es gibt hochwertige Arbeitsplätze, Kitas und Schulen für die Kinder, bezahlbares Bauland.

 

Im 60 Kilometer westlich von Nürnberg gelegenen Bad Windsheim sind die Bedingungen für ältere Menschen geradezu „paradiesisch“. Die Nummer 1 im Städte-Ranking zieht pro Jahr eine halbe Millionen Kurgäste und Touristen an, die dort die Franken-Therme mit dem Salzsee, den mit 36 Hektar größten denkmalgeschützten bayerischen Kurpark und das Freilandmuseum besuchen oder durch die Gassen mit den fränkischen Fachwerkbauten streifen. Die alte Reichs- und Bäderstadt mit der vor 100 Jahren entdecken Heilquelle ist auf Seniorenbedürfnisse zugeschnitten.

 

Zweitplatzierte Kommune: Bad Neustadt an der Saale

 

Auch die zweitplatzierte Kommune, Bad Neustadt an der Saale, liegt in Franken, allerdings im nördlichen Unterfranken unweit des Naturparks Bayerische Rhön. Hier hat unter anderem die Rhön-Klinikum AG ihren Sitz, die in der sehenswerten Stadt mit ihrer fast durchgängig erhaltenen Stadtmauer und der kaiserlichen Salzburg mehrere Kliniken betreibt. In Bad Neustadt trifft man sich auf dem alten Marktplatz oder besucht Feste und Konzerte im Kur- und Schlosspark.

 

Und einen Kurpark – den größten in Europa - hat auch die Nummer 3 im Ranking zu bieten: Bad Wildungen im nördlichen Hessen. Die Kleinstadt mit dem Fachwerk-Zentrum und einer von Gründerzeitvillen geprägten Allee punktet in der Studie ebenfalls mit den Angeboten einer auf Gesundheit ausgerichteten Kommune. Die weiteren „Seniorenparadiese“: 4. Altötting, 5. Füssen, 6. Marktheidenfeld, 7. Bad Wörishofen, 8. Rothenburg ob der Tauber, 9. Prien am Chiemsee, 10. Stollberg/Erzgebirge. 

 


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