Mehr Grün unterm Funkturm

Nach zweijähriger Zwangspause wird bei der Grünen Woche mehr denn je über Klimaschutz, zukunftsfeste Tierhaltung und Nachhaltigkeit informiert
Südeingang Messe Berlin zur Internationalen Grünen Woche. (© Messe Berlin GmbH)
Südeingang Messe Berlin zur Internationalen Grünen Woche. (© Messe Berlin GmbH)

 

Von Wolfgang Kleideiter

 

Sie ist nach wie vor die Leitmesse für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau: die Internationale Grüne Woche in Berlin, auf der vom 20. bis 29. Januar rund 1400 Aussteller aus 72 Ländern Produkte und Dienstleistungen zeigen. In 25 Messehallen wird präsentiert, probiert, informiert und diskutiert. Eine Berliner Zeitung hat ausgerechnet, dass man bei einem Rundgang zu allen Ständen stattliche 7,5 Kilometer zurücklegt. Selbst wenn man sich nicht zu lange in der Gartenhalle oder der Tierhalle aufhält, benötigt man viele Stunden.

 

300 Fachveranstaltungen, Foren und Konferenzen finden während der traditionsreichen Mammutmesse statt. Allein zum „Global Forum for Food and Agriculture“, kurz GFFA, zu dem Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir einlädt, kommen rund 70 Agrarminister aus aller Welt und Vertreter internationaler Organisationen. Gesprochen wird über zentrale Zukunftsfragen der weltweiten Land- und Ernährungswirtschaft. Der Hunger in der Welt braucht andere Antworten als die Stilllegung wertvoller Ackerflächen.

 

In Berlin geht es auch wieder um die so wichtige Entwicklung des ländlichen Raums. In der Reihe der Zukunftsforen zu diesem Themengebiet wird diesmal am 25. und 26. Januar auf der Messe unter anderem gezeigt, welche Initiativen und Projekte, die zum Klima- und Artenschutz beitragen, in den Dörfern und auf dem Land bereits bestehen.

 

„Land.Kann.Klima“ lautet dementsprechend das Motto des „16. Zukunftsforums Ländliche Entwicklung“. Spätestens seit den verheerenden Überflutungen im Sommer 2021 ist vielen bewusst, dass gerade der ländliche Raum unter den Folgen des Klimawandels leidet und die Anpassung an die Herausforderungen dort noch mehr als in den Städten von elementarer Bedeutung ist.

 

Über 30 Fachgespräche

 

An den beiden Tagen des Zukunftsforums finden über 30 Fachgespräche rund um das Generalthema statt. Dabei geht es gleichermaßen um ein Zukunftsbild wie um die Chancen, die Veränderungen im ländlichen Raum mit sich bringen können. Mal drehen sich die Runden um den Wert der regionalen Vermarktung, mal um die Energiewende vor Ort. Kaum eine Vereinigung oder Institution, die sich um die Themen auf dem Land kümmert, fehlt in der langen Liste der Mitwirkenden und Mitveranstalter. Vielfach handelt es sich bei den Referenten und Vertretern auf dem Podium um Personen aus der Praxis – vom Forstwirt bis zur Landfrau.

 

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir kennt die Internationale Grüne Woche seit Jahren. Doch erstmals muss er dort am 20. Januar morgens um acht Uhr als verantwortlicher Minister für Ernährung und Landwirtschaft mit Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey und Janusz Wojciechowski, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, zum Messerundgang antreten. Dass die schon seit 20 Jahren zur Messe gehörende Biohalle zur Themenwelt „grünerleben“ mutierte, hat vermutlich auch mit der Özdemir-Visite zu tun.

 

Halle 27 bietet ländliche Vielfalt pur

 

Hier noch ein Tipp, für alle, die zur Internationalen Grüne Woche nach Berlin fahren: In Halle 27, dem größten Messegebäude, erwartet die Besucher ländliche Vielfalt pur. In der Halle geht es gleichermaßen um ländliche Entwicklung, nachwachsende Rohstoffe, das Multitalent Holz, um Wald, Wild, Jagd und Natur, um Versorgungssicherheit sowie um Ehrenamt und Bioökonomie. Und empfehlenswert ist natürlich, die Produkte aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu probieren. An keinem Ort findet man eine größere Auswahl an Spezialitäten aus ganz Deutschland als ab dem 20. Januar auf der Internationalen Grünen Woche.

 


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