Die Strompreise schießen unter die Decke

 

Von Jürgen Muhl

 

Der Strom soll es richten. Die umweltfreundliche Energieart wird von den Grünen zum Allheilmittel fast täglich ins Schaufenster gestellt. Der Strom als umweltfreundlicher Wegbegleiter. Koste er was er wolle. Nur ist er von den Privathaushalten in der Zukunft noch zu bezahlen? Da sind Zweifel angebracht, die Preise steigen derzeit und wohl auch weiterhin kräftig. Und das trotz von der Politik immer wieder stolz durchgesetzten Deckelung der EEG-Umlage. Das aber verpufft in der Atmosphäre verpufft. So steigt im Windkraftland Schleswig-Holstein der Preis für einen Durchschnittshaushalt um rund 50 Euro auf 1.234 Euro im Jahr. 

 

Einige Stromanbieter haben bereits für den 1. August eine Preiserhöhung angekündigt – darunter Vattenfall in Hamburg. Dabei ist der Strompreis für einen Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4000 kWh seit Jahresbeginn schon um 3,2 Prozent gestiegen. Im Januar 2021 lag er bei 1.171 Euro, im Juli sind es 1.208 Euro.  Am teuersten ist es in Hamburg. Hier liegen die Kosten bei 1.264 Euro. Im Vergleich zum günstigsten Bundesland Bremen mit durchschnittlich 1120 Euro sind das 13 Prozent mehr. Auf den Plätzen der teuersten Bundesländer folgen Baden-Württemberg mit 1.252 Euro und dann Schleswig-Holstein mit 1.234 Euro.

 

Entlastungen kommen in Haushalten der Verbraucher nicht an

 

Zwar wurde die EEG-Umlage, die knapp ein Viertel des Strompreises ausmacht, auf 6,5 Cent pro kWh gedeckelt. Doch diese Entlastung ist bei den Haushalten nicht angekommen. Weil immer mehr E-Autos auf den Markt kommen, sind weitere Preiserhöhungen bei den Konzernen eingeplant. So hat der Ladestromanbieter EWE Go fünf Cent pro Kilowattstunde draufgelegt. Bereits zuvor hat EnBW die Autostrompreise im Schnitt um 7,7 Cent/kWh auf jetzt 45 Cent an den Gleichstrom - Ladesäulen und auf 55 Cent an Schnellladestationen erhöht. Damit ist zu erwarten, dass die Preise weiter unter die Decke schießen.

 

Nichts ist mehr vom Versprechen der Politik zu hören, den Co2-Preis zu nutzen, um Abgaben und Umlagen auf Strom zu senken.  Setzt sich dieser Prozess fort, wird Strom zu einem Luxusgut. Ob da die Verbraucher noch bereit sind, auf klimaneutrale Energieträger umzustellen? Wohl eher nicht. Bislang hat sich keine Partei glaubhaft erklärt, diese Problematik zu wirkungsvoll

 

bekämpfen. Mag sein, dass die Gesellschaft bis zur Bundestagswahl das Thema Strompreise nicht auf der Agenda hat. Es sind ja auch nur kleine Beträge für die Haushalte. Das Erwachen aber wird kommen. Und dann das führt dann bei den Verbrauchern wohl zum Kurzschluss...

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