Aus für Zukunftsprojekt?

 

Von Jürgen Muhl

 

Die geplante Skandinavien-Achse bis Deutschland mit der Nordwest-Umfahrung

von Hamburg über die Autobahn A 20 droht zu scheitern. Betroffen ist auch der

Verkehr aus und nach Mecklenburg-Vorpommern und aus dem Baltikum. Die Bundes-Grünen und einzelne schleswig-holsteinische Aktivisten-Gruppen setzen ihren

Feldzug gegen die im Weiterbau befindliche A 20, die zwischen Stettin und Bad Segeberg seit Jahren fertiggestellt ist, fort.

 

Im Fall einer grünen Regierungsbeteiligung nach den Bundestagswahlen ist das Aus dieser bedeutenden Ost-West-Verbindung so gut wie sicher, wie kolportiert wird. Somit würde auch das Vorhaben platzen, eine neue Elbquerung in Form eines Tunnels zwischen Glückstadt im Norden und Drochtersen im Süden zu bauen. Die neuen Hürden, beschlossen von den Grünen auf dem Bundesparteitag, lassen einen Weiterbau nicht zu.

 

Einige Fledermäuse gesichtet

 

Weil in der Nähe von Bad Segeberg einige Fledermäuse gesichtet wurden, wird eine Kieler Aktivisten-Gruppe zumindest weitere regionale Ausbaustopps mit hoher Wahrscheinlichkeit durchsetzen. Dies wäre ein schwerer Schlag für den gesamten Ost-West und Skandinavien-Verkehr, der sich über die A 7 durch den überlasteten Elbtunnel quälen muss.

 

Es geht um den 200 Kilometer langen Weiterbau der A 20 von Bad Segeberg bis zum niedersächsischen Westerstede. Die A 20 ist das wichtigste internationale Verkehrs-Zukunftsprojekt im deutschen Norden. Der Kieler Umwelt-Aktivist Jakob Blasel will diese Entlastung nicht. Langjährige Planungen seien kein Grund für einen Weiterbau, sagt der Feind des automobilen Verkehrs. Das Geld solle lieber in Schienen- und Radwege fließen. Der Mann legt womöglich – wenn denn die Gerichte mitziehen – einen Großteil der Zukunftsplanungen im Skandinavien- und Baltikum-Verkehr lahm.

 

Dänen reagieren mit Häme

 

Auf dänischer Seite reagieren Politik und Wirtschaft nicht nur mit großem Unverständnis, sondern auch mit Häme. „Irgendwann müsse man um Schleswig-Holstein herumfahren, sagt ein namhafter dänischer Spediteur aus dem Grenzgebiet. Aber das funktioniere ja nur mit Schiffen.

 

Einen Weg zur Güte und Vernunft aber gibt es noch. Herrscht doch in der schwarz-gelb-grünen Kieler Koalition weitgehend Einigkeit über dieses Mammut-Projekt. Die schleswig-holsteinischen Grünen, damals noch unter der Federführung von Robert Habeck, haben zwar viele Bedenken, sind aber im Grundsatz nicht dagegen. Abgesehen vom Ober-Aktivisten Blasel mit seinen rund hundert Mitstreitern. Sie klagen hier und da auf der geplanten Wegstrecke gegen den Weiterbau und haben damit durchaus Erfolg. Fledermäuse gibt es in Wäldern und Mooren reichlich, durch die später die A 20 einmal führen soll. Das landschaftlich grüne Schleswig-Holstein wird zum Schauplatz grüner Eitelkeiten.

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