Die ministrablen Bauerntöchter

 

Von Christian Urlage

 

Sollte Armin Laschet Kanzler werden, hätten zwei Bauerntöchter aus Niedersachsen Chancen auf ein Ministeramt in Berlin: die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Silvia Breher (47) und Gitta Connemann (57), stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag. Beide Abgeordnete kommen aus dem Westen des Landes, waren als Rechtsanwältin tätig und sind mit der Agrarpolitik bestens vertraut. Und beide kandidieren in Wahlkreisen, die Hochburgen der Christdemokraten sind.

 

Breher stammt aus Lindern im Landkreis Cloppenburg und arbeitete vor ihrem Wechsel in die Politik als Geschäftsführerin des Kreislandvolkverbandes Vechta, der Vertretung der Landwirte. Erst seit 2017 im Bundestag, stieg sie schon zwei Jahre später zur stellvertretenden Parteivorsitzenden auf – eine steile Karriere.

 

Forderung nach schnellem Internet

 

Die CDU-Frau vertritt ausdrücklich die Menschen, die auf dem Land leben: „Damit die ländlichen Räume eine Zukunft haben, lebendig und lebenswert bleiben, müssen die Weichen für eine lückenlose Infrastruktur gestellt werden“, fordert sie auf ihrer Homepage, und fügt hinzu: „Das beinhaltet schnelles Internet, lückenlosen Mobilfunk, aber auch eine wohnortnahe Versorgung von Kleinkindern bis Senioren.“

 

Als die CDU Niedersachsen am Wochenende in Hameln ihre Landesliste für die Bundestagswahl aufstellte, sorgte Breher für eine Überraschung: Als Favoritin gehandelt, verzichtete sie auf die Spitzenkandidatur, um einer anderen Frau Platz zu machen. Eine Entscheidung ohne Risiko, denn im Oldenburger Münsterland, ihrer Heimat, erreichen die Christdemokraten stets Höchstwerte, die über denen der CSU in Bayern liegen. Zusammen mit dem Spitzenkandidaten Hendrik Hoppenstedt aus Großburgwedel will Breher als „Team Niedersachsen“ die Landespartei in den Wahlkampf führen.

 

Eine Frau auf jedem zweiten Kabinettsposten

 

Weil Laschet bereits angekündigt hat, dass er im Fall eines Wahlsiegs die Kabinettsposten zur Hälfte mit Frauen besetzen will, sind die Aussichten für Breher nicht schlecht. Zumal die CDU Niedersachsen den drittgrößten Landesverband stellt und Laschet männliche Parteifreunde aus Nordrhein-Westfalen wie Friedrich Merz berücksichtigen muss.

 

Hoffnung machen kann sich daher auch Gitta Connemann, die auf Platz drei der niedersächsischen Landesliste kandidiert. Sie stammt aus dem Landkreis Leer und tritt zum sechsten Mal für den Wahlkreis Unterems an, zu dem ein kleiner Teil Ostfrieslands sowie das nördliche Emsland gehören. Als Unions-Fraktionsvize kümmert sich Connemann seit vier Jahren um Landwirtschaft und Ernährung. Bis 2015 war sie Vorsitzende des gleichnamigen Bundestagsausschusses.

 

Wie Breher versteht sich Connemann als „Kind vom Land“, wie sie auf ihrer Homepage schreibt. Dass Bauern in Fragen von Tierhaltung, Pflanzenschutz und Düngepraxis heftiger Kritik ausgesetzt sind, ist für die Abgeordnete Anlass zu großer Sorge. Denn Connemann ist der Stallgeruch nicht fremd.

 

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